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Ein Girokonto als Gemeinschaftskonto führen

Ein Girokonto kann nicht nur als Einzel- sondern auch als Gemeinschaftskonto geführt werden. Das bedeutet, dass zwei Kontoinhaber gleichberechtigt über das Konto verfügen können. Sämtliche Rechte und Pflichten, die im zugrunde liegenden Girokontovertrag aufgeführt sind, gelten also für beide Verfügungsberechtigte gleichermaßen. Wie ein klassisches Girokonto kann auch das Gemeinschaftskonto bequem online eröffnet werden.

Die form- und fristlose Kündigung ist beim Gemeinschaftskonto ebenfalls jederzeit möglich – in diesem Fall müssen jedoch beide Kontoinhaber einverstanden sein. Alternativ kann das Partnerkonto auch in ein Einzelkonto umgewandelt werden. Die meisten Banken bieten dafür vorgefertigte Formulare an, die auf ihrer Homepage oder in der Filiale erhältlich sind.

Das Partnerkonto bietet viele Vorteile

Das Gemeinschaftskonto richtet sich insbesondere an Verbraucher, die einen gemeinsamen Haushalt führen. Im täglichen Zusammenleben fallen immer wieder Ausgaben an, die von beiden Partnern gemeinsam getragen werden. Ein Partnerkonto kann alltägliche Zahlungsvorgänge wie Miete, Rechnungen oder gemeinsame Einkäufe deutlich erleichtern. Bei den Kontoinhabern muss es sich nicht um Ehepartner handeln. Auch unverheiratete Partner oder Verwandte können ein Gemeinschaftskonto eröffnen.

Einige Banken ermöglichen zudem die Eröffnung eines Partnerkontos für mehr als zwei Personen. So können beispielsweise auch Wohngemeinschaften von den Vorteilen eines Gemeinschaftskontos profitieren. Auf Wunsch erhält jeder Verfügungsberechtigte im Rahmen der Kontoeröffnung eine eigene Girocard und gegebenenfalls eine Kreditkarte. Somit können alle Kontoinhaber jederzeit auf das Konto zugreifen. Selbstverständlich kann auch eine Karte gemeinschaftlich genutzt werden.

Fast alle Banken bieten ihr Girokonto auch als Gemeinschaftskonto an. Kunden, die auf der Suche nach einem geeigneten Partnerkonto sind, können die Angebote folglich im Girokonto Vergleich schnell und unkompliziert miteinander vergleichen. Die Konditionen und Kosten sind bei beiden Kontoformen identisch. Lediglich für Partnerkarten wird bei manchen Instituten eine Gebühr fällig. Viele Anbieter verzichten auch auf Kontoführungsgebühren. Insbesondere Kunden, die nebenbei noch ein Einzelkonto führen, können auf diese Weise Monat für Monat hohe Kosten sparen.

Und-Konto und Oder-Konto

Oder-Konto: Die flexible Variante

Beim Gemeinschaftskonto unterscheidet man zwei Formen der Kontoführung: Das Und-Konto und das Oder-Konto. Die meisten Partnerkonten werden als Oder-Konten angeboten. Bei dieser Kontoform erhalten beide Kontoinhaber eine Einzelverfügungsberechtigung. Das bedeutet, dass sie ohne Einverständnis des anderen Verfügungsberechtigten Bankgeschäfte tätigen können. So sind beispielsweise Überweisungen oder Bargeldabhebungen am Schalter ohne die Unterschrift des Partners möglich. Ein Oder-Konto eignet sich besonders für Ehepaare und andere Lebensgemeinschaften mit gemeinsamem Haushalt.

Das Oder-Konto ist besonders praktisch und zeitsparend, da regelmäßige Posten wie Miete, Strom oder Lebensmittel nicht umständlich hin und her überwiesen werden müssen. Stattdessen zahlen beide Partner – oder auch nur einer von ihnen – jeden Monat einen Teil ihres Gehalts auf das Gemeinschaftskonto ein. Über dieses werden dann alle gemeinschaftlichen Ausgaben abgewickelt. Auch für den Erhalt von Kindergeld oder anderen Geldern, die beiden Partnern zustehen, ist das Partnerkonto geeignet. Mit dem Oder-Konto verfügen beide Kontoinhaber folglich über eine hohe Flexibilität. Sie sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass der Partner jederzeit über das gemeinsame Kapital verfügen kann. Lediglich für Kreditabschlüsse, die Kündigung des Kontos oder die Einrichtung eines Dauerauftrages ist das Einverständnis beider Kontoinhaber erforderlich. Ein Oder-Konto erfordert folglich großes Vertrauen und sollte nicht leichtfertig abgeschlossen werden.

Hohe Sicherheit beim Und-Konto

Beim Und-Konto gestaltet sich die Abwicklung des alltäglichen Zahlungsverkehrs wesentlich komplizierter. Aus diesem Grund wird diese Kontoform nur von wenigen Banken angeboten. Anders als beim Oder-Konto ist beim Und-Konto für jede Transaktion die Zustimmung beider Kontoinhaber erforderlich. Auf diese Weise behalten die Verfügungsberechtigten stets die Kontrolle über alle Kontoaktivitäten. Probleme könnte es hier im Falle des Todes eines der Kontoinhaber geben. Da in diesem Fall die Erben des Verstorbenen direkt an dessen Stelle treten, kann der Hinterbliebene unter Umständen für geraume Zeit keinen Zugriff auf das Konto haben. Die Variante Und-Konto wird deshalb weniger von Paaren als von Erbengemeinschaften und anderen Zweckgemeinschaften genutzt, die nicht zwangsläufig in einem Vertrauensverhältnis stehen.

Steuerliche Aspekte

Nur Eheleute können einen Freistellungsauftrag erteilen

Erträge aus Kapitalanlagen – beispielsweise Zinsen, die über das Guthaben auf dem Girokonto oder dem Gemeinschaftskonto erwirtschaftet werden – sind in Deutschland steuerpflichtig und werden mit der sogenannten Abgeltungssteuer versteuert. Dabei handelt es sich um eine Form der Einkommensteuer, die seit 2009 in der Bundesrepublik erhoben wird. Sie beträgt 26,38 Prozent und errechnet sich aus der eigentlichen Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent, auf die zusätzlich der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent fällig wird. Gegebenenfalls wird zusätzlich eine Kirchensteuer erhoben. Die Abgeltungssteuer wird von der Bank direkt an das Finanzamt abgeführt. Bis zu einer Höhe von 801 Euro für Ledige und 1.602 Euro für verheiratete kann sie mit Hilfe eines Freistellungsauftrages für Kapitalerträge umgangen werden.

Im Falle des Gemeinschaftskontos können jedoch nur Ehepaare ihrer Bank einen Freistellungsauftrag für Kapitalerträge erteilen. Andere Lebensgemeinschaften können dagegen lediglich Einzel-Freistellungsaufträge für ihre privaten Konten einrichten. Dass der Freistellungsauftrag für das Gemeinschaftskonto ausschließlich verheirateten vorbehalten ist, hat den Grund, dass das Finanzamt nur bei einer Zusammenveranlagung davon ausgeht, dass die erwirtschafteten Zinsen beiden Eheleuten gleichermaßen gehören. Bei unverheirateten Paaren können Zinsgutschriften dagegen nicht eindeutig dem gemeinsamen Vermögen zugeordnet werden.

Bei einseitigen Einzahlungen droht eine Schenkungssteuer

Geht nur einer der Ehepartner einer Arbeit nach, geht das Finanzamt davon aus, dass das Guthaben auf dem Partnerkonto größtenteils aus dessen Einkommen stammt. Fließen jedoch sehr hohe Beträge von nur einem der Inhaber auf das Konto, wird dies von der Finanzverwaltung unter Umständen als Schenkung gewertet. Der andere Inhaber kann folglich zur Zahlung einer Schenkungssteuer veranlagt werden. Das ist meist dann der Fall, wenn die vom Finanzamt als Schenkung behandelte Summe innerhalb von zehn Jahren 500.000 Euro übersteigt. Bei unverheirateten Paaren, die gemeinsam ein Konto führen, liegt die Grenze sogar noch deutlich niedriger – hier sind innerhalb von zehn Jahren lediglich 20.000 Euro steuerfrei.

Kontopfändung

Pfändungsmöglichkeiten beim Gemeinschaftskonto

Nach einem erfolgreichen Vollstreckungsverfahren erhalten Gläubiger vom Gericht die Erlaubnis, das Konto ihres Schuldners zu pfänden. Zusätzlich zum vollstreckbaren Titel benötigen sie dafür einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss, den sie der Bank ihres zahlungsunfähigen Kunden vorlegen müssen. Anschließend sperrt die Bank das Girokonto für den Kontoinhaber so lange, bis der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss durch die Gläubiger aufgehoben wurde oder der Schuldner einen pfändungsfreien Betrag nachgewiesen hat. Das klassische Girokonto kann als pfändungsfreies Konto geführt werden. Das bedeutet, dass der Kontoinhaber jeden Monat über einen vom Gesetz festgelegten pfändungsfreien Betrag verfügen kann. Beim Gemeinschaftskonto ist dies dagegen nicht möglich.

Unterschiede beim Und- und beim Oder-Konto

Das Oder-Konto ist besonders praktisch und zeitsparend, da regelmäßige Posten wie Miete, Strom oder Lebensmittel nicht umständlich hin und her überwiesen werden müssen. Stattdessen zahlen beide Partner – oder auch nur einer von ihnen – jeden Monat einen Teil ihres Gehalts auf das Gemeinschaftskonto ein. Über dieses werden dann alle gemeinschaftlichen Ausgaben abgewickelt. Auch für den Erhalt von Kindergeld oder anderen Geldern, die beiden Partnern zustehen, ist das Partnerkonto geeignet. Mit dem Oder-Konto verfügen beide Kontoinhaber folglich über eine hohe Flexibilität. Sie sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, dass der Partner jederzeit über das gemeinsame Kapital verfügen kann. Lediglich für Kreditabschlüsse, die Kündigung des Kontos oder die Einrichtung eines Dauerauftrages ist das Einverständnis beider Kontoinhaber erforderlich. Ein Oder-Konto erfordert folglich großes Vertrauen und sollte nicht leichtfertig abgeschlossen werden.

Die Pfändung eines Und-Kontos gestaltet sich für die Gläubiger deutlich schwieriger, da die Kontoinhaber bei dieser Kontoform nur gemeinsam verfügen dürfen. Folglich muss auch gegen beide Kontoinhaber ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss vorliegen, bevor das Guthaben gepfändet werden kann – in der Praxis ist dies allerdings nur selten der Fall. Letztendlich hängt es vom Rechtsverhältnis innerhalb der Kontengemeinschaft ab, ob und inwieweit eine Pfändung des Guthabens vorgenommen werden kann. Können die Kontoinhaber eine Bruchteilsgemeinschaft nachweisen, dürfen die Gläubiger lediglich den Anteil pfänden, der zum Vermögen des Kontoinhabers zählt, gegen den ein vollstreckbarer Titel vorliegt. Kann die Bruchteilsgemeinschaft nicht nachgewiesen werden, darf das gesamte Guthaben gepfändet werden.

Gemeinschaftskonto im Erbfall

Oder-Konto im Erbfall

Beim Gemeinschaftskonto unterscheidet man zwei Formen der Kontoführung: Das Und-Konto und das Oder-Konto. Die meisten Partnerkonten werden als Oder-Konten angeboten. Bei dieser Kontoform erhalten beide Kontoinhaber eine Einzelverfügungsberechtigung. Das bedeutet, dass sie ohne Einverständnis des anderen Verfügungsberechtigten Bankgeschäfte tätigen können. So sind beispielsweise Überweisungen oder Bargeldabhebungen am Schalter ohne die Unterschrift des Partners möglich. Ein Oder-Konto eignet sich besonders für Ehepaare und andere Lebensgemeinschaften mit gemeinsamem Haushalt.

Da die Begünstigten ein Anrecht auf einen bestimmten Teil des Guthabens haben, hat die kontoführende Bank im Erbfall die Pflicht, regelmäßig die Transaktionen des noch lebenden Kontoinhabers zu überprüfen. Das Institut muss darauf achten, dass dieser lediglich in derjenigen Höhe über das Konto verfügt, zu der er auch berechtigt ist. So ist es ihm beispielsweise nicht gestattet, nach dem Tod des Erblassers das gesamte Guthaben vom Gemeinschaftskonto abzuheben. Auch wenn das Testament zu diesem Zeitpunkt noch nicht verlesen wurde, können die Erben in diesem Fall nachträglich Ansprüche geltend machen und ihren Anteil des Geldes zurückfordern. Das gleiche gilt natürlich auch im umgekehrten Fall: Bedient sich der Erbe über den ihm zustehenden Betrag hinaus am Guthaben, muss er dem Mitkontoinhaber den Differenzbetrag zurückerstatten.

Und-Konto: Das passiert im Erbfall

Handelt es sich beim Gemeinschaftskonto dagegen um ein Und-Konto, können der überlebende Kontoinhaber und die Erben nur mit gegenseitiger Zustimmung auf das Gemeinschaftskonto zugreifen. Sicherheitshalber werden Oder-Konten im Falle einer Erbgemeinschaft oftmals in Und-Konten umgewandelt. Gerade wenn zwischen dem zweiten Kontoinhaber und den Erben kein ausreichendes Vertrauensverhältnis besteht, sichern sich auf diese Weise beide Parteien gegen einen unberechtigten Kontozugriff ab.

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